Berlin

Berlin - größte Stadt Deutschlands, liegt sehr zentral in der Mitte Deutschlands... ah, nein, stimmt ja gar nicht, es ist im Osten :) Und "zentral" ist eher relativ. Wie auch immer, ich wohne hier seit über 10 Jahren und bin damit ein typischer Einwohner Berlins: ich bin zugezogen. Dieses Attribut trifft auf den Großteil der Berliner zu. "Echte" Berliner muss man also suchen - allerdings ist das Finden nicht allzu schwierig, denn er verrät sich oft selbst: die Berliner Schnauze ist nämlich kein Märchen, es gibt sie wirklich! Ein kleines Beispiel? Berliner sagen z.B. gern "ölf" statt elf.

Wenn man aus welchen Gründen auch immer nach Berlin zieht, gibt es eigentlich nur 2 Möglichkeiten: man verliebt sich in dieses große, schmuddelige, bunte, grüne Etwas von Stadt und bleibt oder man hält es nicht aus und verschwindet wieder. Berlin ist nämlich durchaus gewöhnungsbedürftig:) Inzwischen habe ich mich sogar an Schrippen gewöhnt, obwohl ich das Wort immer noch schrecklich finde. Anderswo heißen die Teile Semmeln, Wecken oder eben einfach Brötchen. Verwirrender sind da aber die Berliner Pfannkuchen, die im Rest der Welt Berliner heißen. Außerdem sind die Dinger meistens mit Pflaumenmus gefüllt...

Mh - ja, Berlin ist schmutzig, aber nicht überall, Berlin ist laut, aber nicht überall - Berlin ist grau im Winter und verwandelt sich im Sommer in eine Stadt mit vielen grünen Parks.

Berlin - schick und schmutzig zugleich

Im Berliner Zentrum,dort wo die Touristen pilgern, wird alles schick gemacht. Jeder Pflasterstein, der nicht fluchtet ist, wird ausgebessert, jedes Kaugummi vom Asphalt gekratzt, jede Rasenfläche gemäht und gehegt.

Aber wenn man mal den Stadtkern verlässt, sieht es dann ganz anders aus. Es muss nicht immer alles rausgeputzt sein, auch Stadteile wie Prenzelberg, Kreuzberg, Spandau, Friedrichshain… eigentlich jeder Stadtteil, den ich bis jetzt kenne, hat seinen Reiz… meistens mehr Charakter als der Stadtkern. Aber muss man seinen Müll einfach auf die Straße fallen lassen? …er bleibt halt liegen, weil dort niemand hinterher kehrt. Muss es immer Ecken geben, wo der Dreck sich stapelt?

Und ist der Anfang mal gemacht, fühlt sich jeder dazu berufen, auch seinen Anteil an dem größer werdenden Müllberg beizutragen. Umzäunte Baustellen werden eh als übergroße Mülleimer benutzt.

Fahrräder, welche ihre besten Tage bereits hinter sich haben, werden einfach irgendwo stehen gelassen. Jede freie Fläche wird für Graffiti benutzt... Motive, welche nicht unbedingt immer einen künstlerischen Aspekt beinhalten. Oder die Häuserwände werden zum wilden Ankleistern von Plakaten benutzt.

Ohne pannensichere Fahrradreifen macht das Radfahren auch kaum noch Spaß, Scherben wo das Auge hinschaut. Und wer per Pedes unterwegs ist, sollte immer ein wachsames Auge haben, um Hundehaufen auszuweichen…

…muss das so sein?

 Ich als alter Ruhrpott’ler habe mich gefragt, warum mir dieses in Berlin auffällt. Der Kohlenpott glänzt ja auch nicht unbedingt durch seine Sauberkeit.

Ich glaube, in Berlin wird dieses Empfinden durch die Gegensätze verstärkt. Das saubere Zentrum, Regierungsgebäude und das Botschaftsviertel,  und dann die relativ dreckigen anderen Stadtteile. Das alles auf engsten Raum…

 

Wer sich verhält wie ein Schwein, muss auch im Schweinestall leben… will man das wirklich? Mir gefällt dieser Zustand nicht…


Flugverbot :)

Endlich Frühling - Berlin wird wieder grün und die Parks ziehen wieder sonnenhungrige Menschen in Massen an. Zum Glück gibt es viele Parks in Berlin.

Einer meiner liebsten ist der Bürgerpark in Pankow. Das Eingangstor erinnert noch an das Schloss, das hier mal stand. Eine Besonderheit dieses Parks sind die Tiere: Ziegen, Schafe und verschiedene Vögel. Beim Cafe mitten im Park ist ein kleiner Pavillion, der ein wenig an einen Kurpark erinnert. Auf einer der Bänke hier haben wir letztes Wochenende bei fast 20 Grad einige Stunden verbracht - in himmlischer Ruhe, nur unterbrochen von Kinderlärm und der S-Bahn in der Ferne.

Pankow liegt nämlich in der Einflugschneise für Tegel. Dank Flugverbot waren die einzigen Flugobjekte am Himmel Vögel. Ein netter Vorgeschmack auf die geplante Schließung von Tegel nächstes Jahr.